Belgien bei der WM 2026: Goldene Generation am Scheideweg
Ladevorgang...
Sportvorhersagen
Ladevorgang...
Inhalt
2018 standen die Roten Teufel im WM-Halbfinale, auf Platz eins der FIFA-Weltrangliste, mit einem Kader, der auf dem Papier jeden Gegner schlagen konnte — Hazard, De Bruyne, Lukaku, Courtois. Sechs Jahre später ist die Bilanz ernüchternd: Keine Trophäe, ein Vorrunden-Aus bei der WM 2022, ein Viertelfinale bei der EM 2024, und eine goldene Generation, die ohne Titel in den Sonnenuntergang reitet. Belgien bei der WM 2026 ist das Team, das eine Ära beendet und gleichzeitig eine neue beginnt — in Gruppe G mit Ägypten, Iran und Neuseeland. Die Gruppe ist machbar, aber der Druck liegt weniger auf dem Ergebnis als auf der Frage: Was kommt nach De Bruyne und Lukaku?
Qualifikation und Generationenwechsel
Domenico Tedesco übernahm die Roten Teufel 2023 und hat seitdem einen schmerzhaften, aber notwendigen Umbruch eingeleitet. Kevin De Bruyne hat nach der EM 2024 seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt — ein Schock, der das gesamte Offensivspiel Belgiens veränderte. Ohne De Bruyne fehlt der kreative Motor, der seit 2014 Belgiens Angriffsspiel orchestrierte — kein anderer Spieler im Kader kann diese Rolle in derselben Qualität ausfüllen.
Die Qualifikation verlief trotzdem souverän: 22 Punkte aus 10 Spielen, Gruppensieger vor Österreich und Schweden. Die Mannschaft funktioniert unter Tedesco als Kollektiv, nicht mehr als Ansammlung von Stars — ein Stilwechsel, der den Verlust individueller Brillanz durch taktische Disziplin kompensiert. Das Pressing ist organisierter als unter Martínez, die Defensivarbeit besser verteilt, und die Offensivmomente gezielter. Belgien ist nicht mehr das Spektakel-Team der 2010er Jahre, sondern eine pragmatische Einheit, die Spiele kontrolliert und gewinnt.
Die EM 2024 endete im Viertelfinale gegen Frankreich (0:1) — ein Ergebnis, das den Fortschritt unter Tedesco bestätigte, aber auch die Limitierungen aufzeigte. Gegen Top-Gegner fehlt Belgien die individuelle Klasse, um das Spiel in den letzten 20 Minuten zu kippen. Der Kader hat keine Spieler mehr, die ein Spiel im Alleingang entscheiden — eine Realität, die bei der WM 2026 zum Tragen kommen wird.
Kader und Schlüsselspieler
Romelu Lukaku bleibt mit 33 Jahren der Sturmführer — trotz aller Kritik, trotz der vergebenen Großchancen bei der WM 2022, trotz der öffentlichen Debatte, ob er noch auf WM-Niveau spielt. Lukakus Stärken — Physis, Raumgewinn, Ballbehauptung — sind auch mit 33 noch vorhanden. Seine Schwächen — technische Fehler unter Druck, nachlassende Geschwindigkeit — sind ebenfalls unübersehbar. Tedesco hat keine echte Alternative im Sturm, was Lukaku zur Notwendigkeit macht.
| Spieler | Position | Verein | Alter | Länderspiele |
|---|---|---|---|---|
| Thibaut Courtois | Tor | Real Madrid | 34 | 108 |
| Wout Faes | IV | Leicester City | 26 | 24 |
| Amadou Onana | ZM | Aston Villa | 24 | 22 |
| Jérémy Doku | RA | Manchester City | 24 | 28 |
| Loïs Openda | ST | RB Leipzig | 26 | 18 |
| Romelu Lukaku | ST | SSC Neapel | 33 | 118 |
Thibaut Courtois im Tor ist Belgiens konstantester Weltklasse-Spieler. Nach seinem Kreuzbandriss 2023 kehrte er bei Real Madrid zurück und spielte die Saison 2025/26 auf dem Niveau, das ihm bereits die Auszeichnung zum besten Torwart des Champions-League-Finales 2022 eingebracht hatte. Courtois‘ Präsenz im Tor gibt der gesamten Mannschaft Sicherheit — seine Paraden in entscheidenden Momenten sind der Grund, warum Belgien trotz des Qualitätsverlusts in der Offensive konkurrenzfähig bleibt.
Jérémy Doku bei Manchester City ist der aufregendste Spieler im belgischen Kader — sein Dribbling, seine Geschwindigkeit und seine Direktheit machen ihn zum gefährlichsten Offensivspieler. Mit 24 Jahren steht er am Beginn seiner Karrierehöhepunkts und könnte bei der WM 2026 den Sprung zum internationalen Star schaffen. Amadou Onana im Mittelfeld bringt die physische Präsenz und das Zweikampfverhalten mit, das Belgiens Zentrum seit der Abwesenheit von Witsel und De Bruyne braucht — er ist der neue Motor der Mannschaft, wenn auch ein defensiverer als seine Vorgänger.
Loïs Openda bei RB Leipzig hat sich als Alternative zu Lukaku etabliert — schneller, beweglicher, aber weniger physisch präsent im Strafraum. Die Doppelspitze Lukaku-Openda bietet Tedesco eine interessante taktische Variante, die gegen tiefstehende Gegner mehr Tiefenläufe und Tempo ins Spiel bringt.
Gruppe G — Gegnercheck
Gruppe G ist die vermeintlich leichteste Gruppe des Turniers — und genau das macht sie gefährlich. Ägypten mit Mohamed Salah (Liverpool) hat einen Weltklasse-Spieler, der jedes Spiel im Alleingang entscheiden kann. Iran bringt die physische Härte und taktische Disziplin des asiatischen Fußballs mit. Neuseeland ist der klare Außenseiter ohne realistische Chance auf ein Weiterkommen.
Salah gegen Courtois im Spiel Belgien-Ägypten wird das Duell der Gruppe — ein Zusammentreffen zweier Spieler, die sich aus der Premier League und der Champions League bestens kennen. Für Belgien ist der Gruppensieg Pflicht — alles andere wäre ein Zeichen der Schwäche, das im weiteren Turnierverlauf psychologisch belastend wirkt.
WM-Quoten für Belgien
Belgiens Quoten liegen im Bereich 25.00 bis 40.00 für den Titel — weit entfernt von den 8.00 bis 10.00, die die Roten Teufel bei der WM 2018 hatten. Der Markt hat den Qualitätsverlust durch De Bruynes Rücktritt und Hazards Ende korrekt eingepreist.
| Wettmarkt | Quotenspanne | Implizite Wahrscheinlichkeit |
|---|---|---|
| WM-Titel | 25.00 – 40.00 | 3 – 4 % |
| Gruppensieger Gruppe G | 1.40 – 1.55 | 65 – 71 % |
| Viertelfinale erreicht | 2.80 – 3.50 | 29 – 36 % |
Die Gruppensieger-Quote ist fair, bietet aber nach Steuer minimale Rendite. Der Viertelfinale-Markt bei 3.00 ist der interessanteste: Belgien hat die Erfahrung und die Kadertiefe, um die Gruppenphase und zwei K.o.-Runden zu überstehen, und Courtois im Tor gibt bei Elfmeterschießen einen Vorteil. Die WM-Quotenübersicht bietet einen vollständigen Vergleich.
Prognose
Die goldene Generation verabschiedet sich ohne Titel — das ist mein nüchternes Fazit. Belgien bei der WM 2026 wird die Gruppe überstehen, im Achtelfinale einen guten Kampf liefern, und im Viertelfinale an der fehlenden offensiven Durchschlagskraft scheitern. Die Mannschaft ist zu gut für eine frühe Blamage, aber nicht mehr gut genug für einen Halbfinalplatz. Doku, Onana und Openda bilden den Kern der nächsten Generation — aber deren Zeit kommt bei der WM 2030, nicht 2026. Meine Titelwahrscheinlichkeit für Belgien liegt bei 2 bis 3 %, was die Marktquote widerspiegelt. Die WM 2026 ist Belgiens Abschied von einer Ära, die viel versprach und wenig hielt.
